Was Gewerkschaften heute fordern - und warum es Hunderte Millionen kostet

upday.com 3 godzin temu
Nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter beraten Verkehrsminister, Bahnchefin und Gewerkschaften über Schutzmaßnahmen (Symbolbild - KI-generiert) Upday Stock Images

Ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter hat die Debatte um Sicherheit in Zügen verschärft. Am Freitag treffen sich Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), Bahnchefin Evelyn Palla und Gewerkschaften zu einem Krisengipfel. Gewerkschaften fordern mehr Personal und Bodycams – doch die Umsetzung kostet Hunderte Millionen Euro.

Der 36-jährige Zugbegleiter Serkan C., Vater von zwei Kindern, wurde vergangene Woche in einem Regionalzug bei Kaiserslautern tödlich verletzt. Ein 26-jähriger Grieche hatte bei einer Fahrkartenkontrolle keine gültige Fahrkarte und sollte den Zug verlassen. Er schlug dem Begleiter mehrfach mit der Faust gegen den Kopf. Der Angreifer befindet sich in Untersuchungshaft. Der Vorfall löste deutschlandweit Entsetzen aus.

Gewerkschaften erhöhen den Druck

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert in einem offenen Brief an die Bahnchefin eine verpflichtende 1:2-Besetzung für Züge ab neun Wagen. «Bei Zügen ab neun Wagen ist aus Gründen der Sicherheit, der Erreichbarkeit und der gegenseitigen Unterstützung mindestens eine 1:2-Besetzung – ein Zugchef und zwei Zugbegleiter – zwingend erforderlich», heißt es in dem Schreiben.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verlangt, dass künftig durchgehend zwei Zugbegleiter Fahrkarten in Regionalzügen kontrollieren statt wie bislang oft nur einer. Zudem sollen alle Mitarbeiter die Möglichkeit erhalten, Bodycams mit Tonaufzeichnung zu tragen, um verbale Übergriffe zu dokumentieren und Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Bahnchefin Palla kündigte in einer Videoschalte vor Tausenden Beschäftigten an, konkrete Vorschläge zum Treffen mitzubringen. Sie forderte alle Beteiligten auf: «Alle Beteiligten sollten in sich gehen: Was könnte ein konkreter Beitrag für mehr Sicherheit sein?»

Jeder Vierte fühlt sich unsicher

Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt das Ausmaß des Problems. 27 Prozent der Befragten fühlten sich bereits unsicher in Bus und Bahn, ohne direkt belästigt, bedroht oder angegriffen worden zu sein. Frauen gaben mit 30 Prozent häufiger an, sich unsicher zu fühlen, als Männer mit 23 Prozent.

17 Prozent beobachteten Angriffe, Bedrohungen oder Belästigungen anderer. 16 Prozent wurden selbst verbal belästigt, fünf Prozent bedroht und vier Prozent körperlich angegriffen. Die Umfrage wurde zwischen dem 6. und 9. Februar unter 2.042 Wahlberechtigten durchgeführt.

Finanzierung als Hauptproblem

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) dämpft die Erwartungen. In einem Positionspapier stellt er klar: «Flächendeckende Präsenz von Sicherheitspersonal in allen Fahrzeugen und in allen Bahnhöfen ist schon aus finanziellen und personellen Kapazitätsgründen genauso wenig umsetzbar wie ein Polizist an jeder Straßenecke.» Eine ausnahmslose Doppelbesetzung würde Hunderte Millionen Euro zusätzlich kosten.

Matthias Gastel, Bahnexperte der Grünen, forderte zusätzliches Geld für mehr Zugpersonal. Bund und Länder müssten sich auf eine Finanzierungsverteilung einigen, sagte er der Augsburger Allgemeinen. Die Aufgabenträger im Regionalverkehr sollten bei Ausschreibungen vorgeben, «wie viele Zugbegleiter in welchen Zügen vorzusehen sind».

Gewalt nimmt zu

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Deutsche Bahn rund 3.000 körperliche Übergriffe auf Mitarbeiter – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Eine EVG-Umfrage unter etwa 4.000 Beschäftigten zeichnet jedoch ein düsteres Bild: Über 80 Prozent erlebten im beruflichen Kontext einen verbalen oder körperlichen Übergriff. Fast zehn Prozent berichteten von sexueller Belästigung. Nahezu zwei Drittel gaben an, ihr Sicherheitsgefühl habe sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich verschlechtert.

Bodycams stehen bereits Mitarbeitern im Regionalverkehr der Deutschen Bahn zur Verfügung, die sie tragen möchten. Im Fernverkehr, an Bahnhöfen und bei Wettbewerbsbahnen sind sie noch nicht flächendeckend verbreitet. Die hohe öffentliche Aufmerksamkeit erhöht den Druck auf die Teilnehmer des Freitagstreffens, konkrete Lösungen zu präsentieren und schnell umzusetzen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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